Prinzartikel, Maerz 2010

„Im Herzen bin ich ein Hippie“

Rubrik: Auf der Straße getroffen

Doris
Seedorf
getroffen

Am Dobben


Wow, ganz schön bunt hier!

Ja, ich mag Farbe! Manche meinen, ich
sei „zu rot“ angezogen, aber die
Meisten finden das gut.

Ist mir auch egal, ich muss mich ja wohlfühlen.

Wer sich heute anders anzieht,
bekommt schnell einen
Stempel aufgedrückt.
Und deshalb laufen Viele stereotyp herum?

Das ist eine Frage des Zeitgeistes,
die Leute sind brav geworden,
wild undRock’n’Roll ist nicht
mehr angesagt.

Früher waren Alle auf der Suche,

wollten kreativ sein, sich ausprobieren…

Da fehlt mir heute der Glamour.

Geh doch mal abends im langen Kleid und tiefdekolletiert aus –

Die zeigen dir denVogel.

Neulich habe ich einem
jungen Mädel eine alte Brokatjacke geschenkt.

Sie sagte: „Prima, die ziehe ich zum Fasching an.

“Mann!
Aber das ändert sich wieder.

So? Warum?

Weil wir jetzt in das
Zeitalter des Wassermanns eingetreten sind.

Das bedeutet wieder mehr Kreativität, mehr Kommunikation
und Bewusstseinsvernetzung.

Deshalb fahren ja auch Alle auf den Film „Avatar“ ab.


Als Hippie lebt man besser?

Ich hab mich schon alsTeenie mit Psychologie und Buddhismus beschäftigt,
bin zu Bagwhan nach Oregon gefahren
und habe später in Communities gelebt.

Heute bin ich Heilpraktikerin
und Dozentin für
ganzheitliche Gesundheit – und
habe Spaß dabei!

Das sieht man.

Man muss auch
nicht alles überbewerten. Ich habe
mir gerade ein orange-rotes Regencape
mit Südwester gekauft.
Meine Oma hätte nicht von Karma
gesprochen, sondern gesagt:

„Gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung!

Interview: mit Doris Seedorf
(heilpraktikerin-seedorf de)

„Im Herzen bin ich Hippie“

DORIS’ OUTFIT
„Den Mantel habe ich von Liebesglut, dass Label weiß ich nicht, da ich sofort alle Etiketten
rausschneide.

Die Jeans ist von Ping, ich mag denWorkerstil sehr.

Meine Stiefel waren ein Ladenhüter und sind aus Synthetik-Leder,weil ich Vegetarierin bin.

Die Tasche habe ich in der Türkei an irgendeinem Marktstand gekauft.“